Samstag, 6. Mai 2017

Linzer Torte - Rezept und Tatsachenbericht von Nadin Hardwiger

Linzer Torte – Made in Berlin

Auf Wunsch eines Lieblingskollegen gibt es morgen auf Arbeit eine Linzer Torte. Diese wunderbare Leckerei ist ziemlich einfach, wenn, ja wenn - aber lest selbst:

Zuerst nehme man eine Dose mit Zucker, öffne den Deckel und lasse die Dose dann gekonnt mit der Öffnung nach unten auf den Boden fallen.



Nachdem man den Zucker weggefegt/gesaugt/gewischt hat, hole man eine neue Packung Zucker aus dem Vorrat/vom Nachbarn/dem Kaufladen und versuche ihn dieses Mal, ohne Umweg auf die Waage zu bugsieren.
Ist dies geglückt, wiege man das Mehl ab. Doch vorher empfehle ich, als Steigerung der Schwierigkeitsstufe, den Schniepel an der Mehldose abzubrechen, damit man nicht gar zu leicht an den Inhalt herankommt.

 

Hat dies geklappt, das Mehl fein in eine große Schüssel sieben und in der Mitte des weißen Berges eine Kuhle hineindrücken. Da findet unser Ei Platz, möglichst ohne Schale.
Nun geht es an das Abwiegen der gemahlenen Mandeln – bitte nicht erst im Augenblick des Wiegens nachprüfen, ob die gemahlenen Mandeln wirklich gemahlen sind und sich nicht unter Umständen vielleicht eventuell als gehackte Mandeln getarnt haben.


Wer ein gutes Backergebnis bevorzugt, sollte stets genau wiegen - wer sich in kreativem Fluchen während des Wiegens üben möchte, dem empfehle ich einen ausgelutschten Akku in der Waage, der sich brav zum ungünstigsten Wiegevorgang verabschiedet.


Haben es schließlich alle Zutaten in die Schüssel geschafft …


… heißt es kneten, bis ein wundervoll duftender elastischer Teigknödel zum Vorschein kommt.


Während der Teig verdientermaßen im Kühlschrank ruht, beseitigen wir wahlweise die Scherereien in der Küche oder machen es uns mit einem Buch der Romance Alliance Autorinnen auf dem Sofa gemütlich.
Nun nur noch flugs die saftige Himbeermarmelade auf dem ausgerollten Teig verteilen, ein Gitter zusammenbasteln und ab damit in den Ofen. (Dass der Teig möglicherweise beim Gitterbasteln etwas eigensinnig sein könnte, verschweige ich an dieser Stelle.)


Und einen Tag später, auf Arbeit, heißt es dann … sorry, der Lieblingskollege ist ausnahmsweise heute nicht da L
Lecker ist die Linzer Torte trotzdem und wir anderen Lieblingskollegen sind nett und schicken besagtem Kollegen ein Foto.

Und natürlich heben wir ihm ein großes Stück Linzer Torte auf J

Wer versuchen möchte, das Rezept konservativer nachzubacken, dem mögen die nächsten Zeilen weiterhelfen:

Zutaten für eine 26er – 28er Form
Teig
250 g Mehl
1 Ei
250 g kalte Butter, in Stücke geschnitten
200 g Rohrohrzucker
250 g gemahlene Mandeln
1 TL Zimt
1 Prise Salz
Belag
250 g Himbeermarmelade
3 EL Himbeersaft oder einen anderen Saft
1 Ei

Zubereitung
Das Mehl in eine große Schüssel sieben und das Ei in eine Vertiefung in der Mitte geben.
Die Butter, den Zucker, die Mandeln, den Zimt und das Salz auf dem Mehlrand verteilen und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.
Teig in Folie gewickelt etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
An dieser Stelle empfiehlt sich ein charmantes Buch, z.B. „Dreimal Liebe mit Traummann, bitte“.
Den Boden einer Springform fetten und den Backofen auf 175°C vorheizen.
Dreiviertel des Teiges ausrollen und so in die Springform legen, dass an den Seiten ein Rand entsteht.
Die Marmelade mit dem Saft verrühren und auf dem Boden verteilen.
Den restlichen Teig ausrollen und in schmale Streifen schneiden, diese gitterförmig auf der Marmelade verteilen und an den Rändern andrücken.
Das verquirlte Ei auf dem Teiggitter verstreichen und die Linzer Torte für ungefähr eine dreiviertel Stunde backen.
Und nun: Genießen …
Lecker ist der Kuchen auch, wenn dieser einen Tag durchzieht und dann verspeist wird, mmh …

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