Samstag, 24. Juni 2017

Slow-Cooker Hühnchen mit Parmesan-Sahnesauce (ketogen)

Hier kommt mal wieder ein Low-Carb/Keto-Rezept von unserer Autorin Dorothea Stiller. Das Slow-Cooker Hühnchen ist so zart und saftig, dass man es mit der Gabel zerpflücken kann wie Pulled Pork. Wer auf die Kalorien achten will, lässt die Butter weg und nimmt statt der Sahne etwas Brühe, aber so richtig lecker wird es erst mit. Und wenn ihr dazu nur einen großen grünen Salat esst, solltet ihr euch vor dem Fett nicht fürchten. 



Also. Ihr braucht:

einen Bräter mit Deckel (oder Alufolie zum Verschließen)
4 Hühnerbrustfilets (oder auch mehr)
150-200 ml Sahne
geriebenen Parmesan nach Geschmack
2-3 EL Butter
Gewürze und Kräuter

Ihr nehmt den Bräter und je nach Beschaffenheit (ob er beschichtet ist oder nicht) fettet ihr ihn erst mal ein. Dann verteilt ihr darauf Gewürze und/oder Kräuter, die euch schmecken. Ich nehme immer Rosmarin, Salbei, Thymian und Oregano und Basilikum aus dem Garten, etwas frischen Knoblauch und Zitronenschale. Ihr könnt aber auch andere Gewürze nehmen wie Paprika, Chilipulver, Knoblauch oder Grillgewürz. Ganz, wie ihr es mögt. Dann legt ihr die Hühnerbrustfilets auf die Gewürze/Kräuter und gießt Sahne an. Darüber gebt ihr den geriebenen Parmesan und steckt noch dicke Butterflocken dazwischen. 
Deckel drauf und ab in den Ofen: bei 130 Grad (ich mach immer etwas niedriger im Umluftofen) für 3 Stunden. Hier noch ein paar Impressionen:








Dienstag, 20. Juni 2017

Interview mit Jens Korch von der Edition Wannenbuch


Die Romance Alliance möchte euch auf ihrem Blog interessante Einblicke in die Welt der Bücher bieten. Deswegen interviewen wir für euch Buchblogger, Literaturagenten, Verleger und andere Akteure im Literaturbetrieb. Bei der Recherche bin ich heute über einen kleinen Verlag gestoßen, der mit einer echt originellen Idee aufwartet: Wannenbücher für Erwachsene. Wannenbücher? Kennt ihr, habt ihr bestimmt schon mal gesehen. Das sind diese wasserfesten Klappbücher (Leporellos), die man Babys und Kleinkindern mit in die Wanne gibt. Meine beiden Mäuse hatten welche mit Entchen, Schiffen und Seehunden. Warum also nicht auch ein wasserfestes Buch für Große? Ich habe mit Jens Korch von der Edition Wannenbuch über seine Bücher für Badenixen gesprochen.

Romance Alliance: Ich finde eure Idee verrückt und genial zugleich. Wie ist die Idee für das Wannenbuch für Erwachsene entstanden?
Eigentlich war es eine Schnapsidee: mit Freunden und vielen Kindern im Toskana-Urlaub. Es war superheiß, die Kinder kühlten sich im Pool ab – und lasen dort Badebücher. Die Großen wollten auch gern im Wasser lesen. War haben im Internet gesucht und festgestellt: Wasserfeste Bücher – so etwas gibt es leider tatsächlich nur für Kinder. Schon war die Idee geboren. Verlag gegründet, Druckerei gesucht, Autoren angesprochen. Zwei Jahre später gab es die ersten beiden Badebücher der Edition Wannenbuch: den Krimi “Blume des Herzens” und einen Liebesroman “Yachttrip ins Glück”. Mittlerweile erscheinen jedes Jahr zwei bis fünf neue Titel.


Romance Alliance: Eure Bücher lassen sich in etwa 15 Minuten lesen. Habt ihr das mit der Stoppuhr ausprobiert oder liegen da wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde?
Wir haben tatsächlich Testleser angesetzt. :-) Es ist ein Durchschnittswert – tatsächlich liest jeder in einem anderen Tempo. Nur ein Beispiel: In einer Kundenrezension schrieb neulich ein Leser, dass die Zeit zu knapp gewesen und er 20 Minuten benötigt habe. Aber oft hören wir auch: “Ich bin Schnellleser und brauche da nicht so lange.” Jeder wie er eben mag und kann. Es gibt es Gehirnjogging-Badebuch bei uns mit kniffeligen Aufgaben. Ich empfehle Lesern: So lange in der Badewanne bleiben, bis alle Aufgaben gelöst sind. Je nachdem, wie clever jemand ist, kann es dann schnell gehen – oder eben nciht.

Romance Alliance: 2016 habt ihr beim "Nonbook Award" der Frankfurter Buchmesse den Publikumspreis gewonnen. Erst einmal herzlichen Glückwunsch dazu. Was mich wundert: Warum zählen eure Wannenbücher zum Nonbook-Bereich (also Nicht-Bücher)?
Danke für die Glückwünsche. Wir haben uns riesig über den Preis gefreut, er motiviert uns sehr bei unserer Arbeit. Offenbar kommt die Idee der wasserfesten Badebücher gut an – nicht nur bei Lesern, sondern auch bei den Buchhändlern, die unsere Titel in ihren Geschäften auslegen. Genau deswegen sind wir bei unserem ersten Messe-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse im Nonbook-Bereich gelandet. Die Messe sortiert dort thematisch und war unsicher, wo unser Verlag hingehört. Der Buchhandel setzt stark auf das Beigeschäft – also Geschenkideen, die im weitesten Sinne gar nicht mal unbedingt mit Büchern zu tun zu haben. Unsere Badebücher sind beides: Buch (ganz klassisch mit Seiten, ISBN, Text …) – aber auch eine Geschenkidee. Somit sind wir unsere eigene Schublade irgendwo zwischen Nonbook und Buch. Fühlen uns auf dem Nonbook-Marktplatz in Frankfurt aber sehr wohl, weil wir genau deshalb vielleicht etwas herausstechen aus den anderen Angeboten.



Romance Alliance: Von der Idee bis zur ersten Auflage, welche Hindernisse und Schwierigkeiten hattet ihr zu überwinden?
Wir haben sehr lange nach einer Druckerei gesucht. Die Badebücher sind aus Kunststoff mit einer Schaumfüllung. Viele Druckereien haben abgewunken, weil ihnen das zu kompliziert erschien. Am Ende sind wir aber dann doch fündig geworden, zum Glück. Für uns als Quereinsteiger ins Verlagsgeschäft  war es zudem eine Herausforderung, die ganzen Bereich wie Vertrieb, Marketing oder den Verkauf anzugehen. Wie kommt ein Buch in den Buchladen? Gar nicht so einfach – wenn man sich nicht auskennt.

Romance Alliance: Wenn ich mir eure Programme so anschaue, habt ihr natürlich oft Bücher mit einem Bezug zum nassen Element. Dabei fielen mir gleich Dusch dich zum Superstar. Der Vocalcoach für die Wanne von Lisa Wohlgemuth (bekannt von DSDS) und Babbelspaß mit Badesalz. Comedy für die Wanne von Badesalz ins Auge. Wie ist der Kontakt entstanden?
Wir haben beide einfach angesprochen und unsere Idee vorgestellt. Sowohl DSDS-Finalistin Lisa Wohlgemuth als auch die beiden Hessen von Badesalz waren sofort begeistert und einverstanden, mit uns gemeinsam ein Badebuch zu gestalten.

Romance Alliance: Was muss ein gutes "Wannenbuch" haben?
Einen spannenden Titel. Das fällt uns immer wieder auf. Die Leute finden die Idee gut und suchen dann, was ihnen gefällt. Und dabei entscheiden viele ganz aus dem Bauch heraus danach, wie sie auf den Titel reagieren. Deshalb feilen wir da immer recht ausführlich dran und befragen unsere Testleser, ob es klappt, ob sie es verstehen und lustig finden.

Romance Alliance: Uns als Autoren interessiert natürlich auch - sucht ihr noch nach Geschichten oder seid ihr gut versorgt?
Wir sind gut versorgt. Aber auch immer offen für neue Ideen. Über die Buchmessen kommen viele Autoren auf uns zu. Andere sprechen wir selbst gezielt an.



Romance Alliance: Liest du selbst in der Badewanne?
Ja! Na klar.

Romance Alliance: Ich stelle mir vor, dass es einige Ansprüche gibt, denen das Material genügen muss. Wie viel Nerven hat es euch gekostet, bis ihr das perfekte Material für die Herstellung eurer Wannenbücher gefunden habt?
So einige. Und viele Anläufe. Wichtig war auch der ganze Sicherheitsaspekt. Das Material ist Kunststoff. Wir lassen es regelmäßig im Labor testen, ob alles in Ordnung ist.

Romance Alliance: Wie sieht es mit Badezusätzen aus, muss man da auf irgendetwas achten oder können eure Bücher das ab?
Das können die Bücher ab. Übrigens auch Hitze. Wir hatten zur Leipziger Buchmesse eine Lesung in der Sauna: “Goethe erotisch” bei 90 Grad Celsius. Weil so viele Gäste da waren, haben wir die Lesung zweimal gemacht. Der arme Vorleser hat ganz schön geschwitzt … Das Buch hat die Temperaturen locker ausgehalten.

Romance Alliance: Du und deine Mitgründerin Grit Strietzel seid eigentlich Journalisten. Hilft euch die Presse-Erfahrung beim Marketing?
Das ist sehr nützlich. Wir machen viel Pressearbeit und wissen, worauf es dabei ankommt und was Themen sind, die Journalisten interessieren.

Romance Alliance: Was wünscht ihr euch für euren Verlag? Wie seht ihr euch in fünf oder zehn Jahren?
Wir haben richtig viele Ideen für neue Titel. Nach und nach gehen wir die an. Es gibt auch ein paar Wunschautoren, aber die können wir noch nicht verraten. Mal schauen, ob das etwas draus wird. Testweise übrigens wird es ab Sommer 2017 auch wasserfeste Badebücher für Kinder bei uns geben. Viele Buchhändler haben uns darauf angesprochen und gefragt. Jetzt legen wir los. Wannenbuch Junior heißt die kleine Unterabteilung und wir starten mit einem Badewannen-Abc zum Thema Tiere.

Romance Alliance: Gibt es Wunschautoren (lebendig oder tot) von denen ihr total gern mal ein Wannenbuch im Programm hättet?
Ja, gibt es. Loriot wäre so ein Wunsch – die Männer in der Badewanne mit der Badeente. Mal schauen, ob das mal klappt.

Romance Alliance: Krimi, Liebesroman, Erotik, Reiseführer, Fitnessratgeber, Gehirnjogging - eigentlich ist ja alles dabei. Gibt es Genres, die für euch überhaupt nicht zum Wannenbuch taugen würden?
Hoch wissenschaftliche Werke. Das könnte ich mir gar nicht vorstellen. Andererseits: Wir sind ja immer offen für neue Ideen. Wenn uns ein passender Dreh einfällt … Wer weiß. :-)


Romance Alliance: Wo findet man eure Bücher?
Jeder Buchhandel kann sie bestellen. Auch viele Geschenkeläden bieten die Badebücher an. Onlineshops ebenso – Amazon etwa oder Design3000. Auf unserer Webseite gibt es einen Shop. Und zudem eine Landkarte mit den Händlern der Region.

Romance Alliance: Was ist das Verrückteste oder Witzigste, das ihr mit euren Büchern erlebt habt?
Saunalesung, die Preisverleihung in Frankfurt – das waren herausragende Sachen. Wir hatten auch schon diverse lustige Fernsehinterviews. Einmal mussten wir in einer Wanne (ohne Wasser) sitzen und wurden Interviewt. Ein anderes Mal waren die Autorinnen unseres Fitnessbuchs im RTL-Morgenmagazin. Dort wurde eigens im Studio ein Badezimmer eingerichtet und die beiden mussten sich vor der Kamera in die Wanne setzen und Fitnessübungen zeigen. Aber eigentlich ist jede Messe, jede Lesung oder Veranstaltung unterhaltsam. Man lernt unglaublich viele tolle Menschen kennen und sieht seine Leser mal von Angesicht zu Angesicht. Macht großen Spaß!

Ich danke dir ganz herzlich für das informative Gespräch und wünsche euch weiterhin sensationellen Erfolg mit einer wirklich originellen Idee.

Dorothea Stiller für die Romance Alliance

Dienstag, 13. Juni 2017

Mariella Heyd unsere Saarländerin mit dem Romantasy-Gen

Mariella Heyd
Ohne Fleiß, kein Preis! Nach dem Motto hat sich Mariella Heyd direkt nach der Verleihung des Indie Autor Preises 2017 an die Bewerbung für die Romance Alliance gesetzt. Schreiben ist kein einsames Handwerk und gemeinsam macht es einfach mehr Spaß, weshalb sie nun zu uns gestoßen ist.

Mehr oder weniger alleine hat sie bisher jedoch schon vier Bücher veröffentlicht. Band 1 von „Elfenfehde“ erschien ursprünglich im Selbstverlag bei Neobooks und Createspace, wurde dann aber vom Zeilengold-Verlag als Dilogie adoptiert. Im Anschluss daran veröffentlichte sie „Als der Tod die Liebe fand“ und wird ab dem 1. Mai mit „Touch of flames - Vom Feuer berührt“ auch bei Forever by Ullstein vertreten sein.

Zwei weitere Projekte stehen bereits auf ihrer Agenda für 2017. Moment mal ... Alleine? Wirklich alleine? Nein. Mariella lebt gemeinsam mit ihrer besseren Hälfte und drei Katzen in der Nähe von Frankreich. Im Saarland lebt sie auf ihrem grünen Fleckchen an Wald und Wiese und genießt die Natur.


Im Sommer schreibt sie am liebsten draußen und verflucht dabei den Laptop, dessen Bildschirm nicht für sonnige Stunden zu zweit geeignet ist. Im Winter ist sie hingegen mit einer heißen Tasse Tee und selbstgebackenen Plätzchen vor dem Kamin zu finden. Wie die Titel ihrer Romane schon annehmen lassen, schreibt Mariella gerne fantastische Geschichten. Am ehesten sind diese dem Romantasy-, Paranormal-Romance und Young Adult-Genre zuzuordnen. In Zukunft möchte sie ihr Spektrum jedoch erweitern.

Apropos Zukunft: Aktuell studiert Mariella und steht kurz vor ihrer Bachelorarbeit im Bereich Management und Expertise im Pflege- und Gesundheitswesen. Zuvor hat sie als Gesundheits- und Krankenpflegerin (manchen besser bekannt als Krankenschwester) gearbeitet, was ihr mehr und mehr gezeigt hat, dass es auch mal guttut, den Alltag auszublenden und sich verzaubern zu lassen.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Kindheitserinnerungen unserer Autorinnen

Der zweite Donnerstag im Monat ist bei uns Throwback Thursday. Unsere Autorinnen erinnern sich gemeinsam mit euch an Bücher, die sie in der Kindheit geliebt haben. Heute erinnert sich unsere Autorin Anne Gard mit euch an ein besonderes Buch aus der Vergangenheit.

Otfried Preußler - Das kleine Gespenst

„Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler habe ich zum erste Mal gelesen, da war ich selbst gar nicht mehr so klein - mit vierzehn Jahren. Meine Oma hat mir das Buch geschenkt, damit ich auf unterhaltsame Weise die Deutsche Sprache erlerne. Die Geschichte des kleinen Gespenstes war so liebenswürdig und herzerfrischend, dass mich beim Lesen immer so ein wunderbar heimeliges Gefühl überkam. Ich fühlte mich glücklich.

Viele Jahre später habe ich dieses Buch meinen Kindern vorgelesen. Als Erwachsene habe ich dann auch die Moral der Geschichte verstanden – man soll nicht immer nach dem Unerreichbaren streben, sondern im Hier und Jetzt leben, das Leben und die Freundschaft feiern.

Dienstag, 6. Juni 2017

Interview mit Übersetzer und Lektor Marco Mewes


Wir von der Romance Alliance wollen euch immer wieder spannende Buchmenschen in Interviews vorstellen. Heute hat sich Marco Mewes vor unser imaginäres Mikrofon getraut. Kennengelernt hat ihn unsere Autorin Bettina Kiraly vor einigen Jahren über eine Meinungsverschiedenheit zum Thema Schreiben. Wer hätte damals gedacht, dass sich daraus einmal eine Zusammenarbeit entwickeln würde. Aber nun viel Spaß mit dieser Fragestunde.

Foto: Bianca Mewes
Romance Alliance: Erzähl doch bitte mal ein wenig über dich und deinen Beruf.
Marco Mewes: Ich lebe und arbeite in Hamburg als Übersetzer und Lektor, bzw. Bearbeiter. (Anmerkung: Zu Marcos Homepage geht es hier)
Ich habe gar nicht das Gefühl, dass es da so viel zu sagen gibt. Als Übersetzer übertrage ich englische Texte so ansprechend wie es mir möglich ist ins Deutsche. Ich bin aber erstaunt, wie viele Fallstricke es dabei gibt, manchmal stolpert man über die unwahrscheinlichsten Sachen.
Als Bearbeiter und Lektor betrachte mich als eine Art "Putzmann". Ich gehe mit allen möglichen Besen und Pinseln durch das Manuskript des Autors und versuche, möglichst alle Fehler, Hubbel, Stolpersteine und andere Hindernisse abzutragen und wegzufegen. Manchmal muss man dazu auch mit der Zahnbürste auf die Knie. Mein Ziel jedenfalls ist es, immer das sauberste und beste Endprodukt zu finden, das ich in der Arbeit des Autors entdecken kann.

Romance Alliance: Welchen Weg bist du gegangen, um Lektor zu werden? Welche „Ausbildung“ gibt es dafür?
Marco Mewes: Mir wäre da keine gesonderte Ausbildung bekannt. Man muss gut und gerne lesen, und wirklich gut schreiben können. Eine überdurchschnittliche Kompetenz in Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion ist ebenfalls unerlässlich. Es hilft ungemein, wenn man ein Mensch ist, dem es ein gutes Gefühl gibt, darauf zu achten, dass die Regeln eingehalten werden.
Bei mir war es, wie vermutlich bei vielen Kollegen, am Ende reiner Zufall, dass ich in dem Beruf gelandet bin. Ich beschäftige mich quasi schon mein ganzes Leben lang mit dem Schreiben, in der Regel als Hobby. Dazu kam ein entsprechend passendes Literaturstudium, und einige praktische Erfahrungen als Journalist und später als Texter für Webseiten.
An einem Punkt in meinem Leben, an dem es irgendwie nicht richtig weiterging, kam rein zufällig das Angebot rein, ob ich Lust hätte, übersetzte Manuskripte zu bearbeiten. Das habe ich dann im Laufe der Jahre ausgebaut.

Romance Alliance: Wie ist die Zusammenarbeit mit den ersten Autoren und Verlagen zustande gekommen?
Marco Mewes: Wie erwähnt, durch reinen Zufall. Jemand aus einem Verlag, der mich kannte, ist auf mich zugekommen und hat mir erste Texte zur Bearbeiten gegeben. Offensichtlich gefiel ihm das Ergebnis.

www.marco-mewes.de
Romance Alliance: Hast du schon einmal einen Auftrag abgelehnt?
Marco Mewes: Ja, das habe ich tatsächlich. Öfter sogar. In den meisten Fällen, weil ich keine Zeit hatte, die Aufträge rechtzeitig und in für mich akzeptabler Qualität abzuliefern. Zum Beispiel weil ich im Urlaub war. In seltenen Fällen kommen auch extrem dringende Anfragen rein, da kann es schonmal sein, dass ich die Segel streichen muss, weil ich grad im Harz herumwandere und keine Zeit habe, in zehn Stunden 200 Seiten zu redigieren.
In einem Fall habe ich abgesagt, weil ich mir selbst nicht zugetraut habe, saubere Arbeit zu leisten. Für gewöhnlich mag ich Herausforderungen und neue Aufgabengebiete, weil das auch Erfahrungen mit sich bringt, in dem Fall jedoch hätte ich mich übernommen und nichts abliefern können, das meinen eigenen Ansprüchen genügt hätte.

Romance Alliance: Hast du dich auf ein spezielles Genre spezialisiert oder bist du offen für alles?
Marco Mewes: Ich bin offen für alles. Es liegt in der Natur des Jobs, dass man sich spezialisiert, einfach weil die Auftraggeber einen in eine Kategorie stecken und häufig selbst nur ein Genre bearbeiten. Das heißt, wenn mich ein Redakteur auf der Liste hat, der nur Thriller betreut, bekomme ich von dem auch nur Thriller. Dann fällt es auch schwer, sich an anderer Stelle mit einem Interesse für Horrorsplatter zu melden. Aber das würde ich auch machen.

Romance Alliance: In welchem Genre würdest du niemals arbeiten?
Marco Mewes: Ich ziehe da für mich keine Grenzen. Wobei ich glaube, dass ich nicht sehr talentiert in Lyrik wäre, oder in allzu kunstvoller Literatur, bei der es auf Sprachklang oder Jamben ankäme. Allerdings habe ich es noch nicht versucht.

Romance Alliance: Worauf legst du bei der Überarbeitung eines Manuskripts Wert?
Marco Mewes: Darauf, dass der Autor sichtbar bleibt, und auf eine gewisse Grundqualität. Ich meine das jetzt nicht abschätzig, aber heutzutage besitzt jeder Mensch mit einem Computer und Internetanschluss alle notwendigen Voraussetzungen, um einen Text zusammenklöppeln und auf Amazon verkaufen. Es ist völlig natürlich, dass da auch Texte bei herauskommen, die nicht besonders lesenswert sind.
Ich habe kein Problem damit, mit "kleinen" Autoren zu arbeiten - ich halte das im Gegenteil sogar für förderungswürdig -, habe aber den Anspruch, dass ein Manuskript am Ende des Prozesses eine gewisse Grundqualität besitzt, die zumindest erkennen lässt, dass da Leute dran saßen, die wissen, was sie tun.

Romance Alliance: Was ist dir bei der Zusammenarbeit mit einem Autor wichtig?
Marco Mewes: Dass der Autor erkennt, dass man an einem Strang zieht. Es gibt alle möglichen Autorentypen. Es gibt die "weichen", die jede Änderung beinahe demütig übernehmen, und es gibt die "harten", die jeden Änderungsvorschlag in Frage stellen, und jede Menge Stufen zwischen diesen Polen. Mir persönlich ist das im Endeffekt gleich, weil ich mich eher als Berater betrachte (außer, es geht um Schreib- und Grammatikfehler), die künstlerische Leitung überlasse ich dem Autor oder notfalls dem Verlag.
Womit ich Schwierigkeiten habe, sind Autoren, die komplett beratungsresistent sind, und meinen, ihr Manuskript bedürfe keiner Arbeit mehr. Oder solche, die in mir den Feind oder einen vorgelagerten Literaturkritiker sehen, der versucht, sie fertigzumachen. Wenn ich merke, dass der Autor beginnt, gegen mich zu arbeiten, verliere ich die Lust, weil ich dann den Sinn meiner Arbeit nicht mehr erkenne.

Romance Alliance: Und wie sieht es beim Kontakt mit Verlagen aus. Läuft deine Aufgabe dann anders ab?
Marco Mewes: Meist schon. Dort habe ich ja in der Regel nicht mit dem Autor, sondern dem Redakteur zu tun. Der hat, soweit ich das überblicke, selbst nur begrenzten künstlerischen Einfluss auf den Text, oder nur mittelbar. Das entspannt das Arbeitsverhältnis deutlich. Es gibt mir auch mehr Freiheiten, was wiederum die Verantwortung erhöht, denn ich muss mir jede Änderung doppelt gut überlegen, wenn der Autor oder Übersetzer sie nicht absegnet.

Romance Alliance: Siehst du dich als Mann in deinem Beruf Vorurteilen gegenüber?
Marco Mewes: Bisher nicht. Für mich wäre das auch nichts Bemerkenswertes, auch wenn ich die Statistiken kenne - ich arbeite wohl in einem "Frauenberuf". Aber ich persönlich messe dem keine Bedeutung bei. Zum einen trenne ich die Leute, mit denen ich arbeite, nicht nach Mann oder Frau, zum anderen war ich schon im Studium eine Minderheit. Unser Studiengang hatte einen Frauenanteil von gut neunzig Prozent. In einem Kurs saß ich ganz allein mit sechzig Frauen.

Romance Alliance: Hast du deiner Meinung nach als Mann Vorteile als Lektor?
Marco Mewes: Das kann ich nicht einschätzen, weil ich noch nie die Erfahrung gemacht habe, ein weiblicher Lektor zu sein.

Romance Alliance: Welches Erlebnis ist dir in deiner Karriere besonders deutlich in Erinnerung geblieben?
Marco Mewes: Das klingt vielleicht simpel, aber ich erfreue mich jedes Mal an den Premieren. Jede Aufgabe, die ich zum ersten Mal mache, genieße ich besonders, weil mir bewusst ist, dass es nur ein Erstes Mal gibt. Die erste Bearbeitung, das erste Belegexemplar, die ersten Male, die man seinen Namen liest. Leider wird vieles davon schnell Routine, weshalb ich versuche, die ersten Male besonders auszukosten.
Außerdem sind mir im Laufe der Jahre eine Handvoll besonders exotischer Stilblüten über den Weg gelaufen. Ich wollte sie immer einmal sammeln, vergesse das jedoch regelmäßig, aber ein paar davon waren so einprägsam, dass ich sie mir schlicht gemerkt habe.

Romance Alliance: Mit welchem/r Autor/in würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?
Marco Mewes: Mit dem nächsten. So billig das auch klingt, ich genieße jeden Autor, und mir fiele niemand besonderes ein, den ich irgendjemandem vorziehen würde. Außer Shakespeare. Ich gestehe, mit dem würde ich gern einmal arbeiten, aber sollte er sich je melden, würde mich das vermutlich ziemlich verstören.

Foto: Bianca Mewes
Romance Alliance: Welche Schattenseiten hat dein Beruf?
Marco Mewes: Das ist vermutlich eine Typfrage. Nicht jeder ist dafür geschaffen, selbstorganisiert zu arbeiten und seine Deadlines einzuhalten. Außerdem gerät man zwangsläufig mal an Texte, die einem selbst einfach keinen Spaß machen. Da muss man dann 50, 100, 300 Seiten lesen und analysieren, mit einer Geschichte, die einem persönlich nichts gibt. Das kommt nicht oft vor, aber wenn, ist es stets ein bisschen mühsam, denn man kann das Buch ja nicht einfach in die Ecke legen. Aber Literaturstudenten sind das gewohnt.
Außerdem ist die Sache mit den Finanzen nicht immer einfach. Das Problem teilen sich wohl alle Freiberufler. Wobei ich mit den Verlagen da bisher keinen Grund zum Klagen hatte. Gerade bei "Privatkunden" jedoch ist es immer wieder schwierig. Zum einen, die Preise zu rechtfertigen, die wir nehmen müss(t)en, aber auch zu wissen, dass das für Privatleute eine Menge Geld sein kann.

Romance Alliance: Welchen Tipp hast du für Autoren?
Marco Mewes: Um es frei nach Dory aus "Findet Nemo" zu sagen: Keep Writing. Niemals aufgeben, niemals aufhören. Schreiben ist hart und kraftraubend, kostet Zeit und Mühe, und es dauert sehr lange, bis man die Früchte seiner Arbeit ernten kann - wenn überhaupt.
Darüber hinaus sollten Autoren versuchen, ihren Text, auch wenn sie ihn gerne als ihr "Baby" betrachten, nicht allzu sehr zu personalisieren. Kritik an ihrem Text sollte nicht mit Kritik an ihnen selbst verwechselt werden. Ich persönlich lebe nach der Erkenntnis, dass nahezu jeder Mensch einen besseren Blick auf den Text hat, als der Autor - zumindest direkt nach dem Schreiben. Das liegt einfach daran, dass jemand anderes dem Text keine emotionale Bindung entgegenbringt. Das macht die Schwächen sichtbarer.
Deshalb sollten Autoren auch versuchen, (konstruktive) Kritik nicht als Beleidigung, sondern als Stärkung ihres Texts zu betrachten. Jeder Schwachpunkt, der einem Außenstehenden auffällt und einem selbst nicht, ist ein Makel, den der Autor alleine nie hätte ausmerzen können. Ob er ihn am Ende ausmerzen will oder nicht, entscheidet er ja oft selbst.
Und entsprechend sollten Autoren ihre Lektoren und Bearbeiter auch nicht als Kritiker und Gegner betrachten, sondern als helfende Hände. Denn für gewöhnlich wollen sie den Text ja besser machen.

Romance Alliance: Was liest du selbst in deiner Freizeit gerne? Wenn ja, welche Genres oder welche Autoren?
Marco Mewes: Ich habe ein recht breites Feld. Ich lese so gut wie sämtliche Genres, dazu Historisches, Biographien und Sachbücher, Klassiker und Modernes. Was ich in der Regel nicht tue ist, ein Genre "abzugrasen". Ich gehöre nicht zu den Lesern, die so viel Freude an einem Schwedenkrimi haben, dass sie jeden einzelnen davon lesen. Wenn ein Genre zu formelhaft wird, steige ich privat meist aus. Für viele Leser hat diese Erwartbarkeit ja etwas sehr Vertrautes, eine Geborgenheit. Ich selbst lese für gewöhnlich am liebsten solche Bücher, die etwas neu oder anders machen. Ich mag überrascht werden.
John Irving und George R.R. Martin gehören aktuell zu meinen liebsten Autoren.

Romance Alliance: Hast du einen anderen Blick auf Bücher, die du privat liest, seit du Lektor bist?
Marco Mewes: Einen anderen Blick nicht, aber weniger Energie. Wer jeden Tag etliche Stunden beruflich liest, legt sich nur noch schwer zum "Abschalten" mit einem Buch in die Hängematte. Lesen fühlt sich inzwischen recht schnell nach Arbeit an.
Wobei, wenn ich jetzt so drüber nachdenke: Doch, ich sehe auch beim privaten Lesen manchmal Fehler oder Schwächen oder Formulierungen, bei denen ich mir automatisch überlege, wie ich sie umformulieren würde. Aber das kommt gar nicht so oft vor, wie man denken könnte, was ich als Beweis dafür nehme, dass meine Kollegen gute Arbeit leisten.

Romance Alliance: Planst du selbst auch einmal ein Buch zu schreiben?
Marco Mewes: Geschrieben habe ich schon einige, das war aber vor meiner Arbeit. Mit Glück lässt sie mir einmal genügend Raum, um einen weiteren zu beenden, und mit noch mehr Glück klappt es einmal mit der Veröffentlichung.

Lieber Marco, vielen Dank für deine spannenden und interessanten Antworten. Wir wünschen dir viel Glück für die Zukunft: Mit dem Übersetzen, dem Lektorieren und natürlich auch mit dem Schreiben!

Dienstag, 30. Mai 2017

Wen küsst hier wohl die Muse #2?

Wir gewähren euch einen kleinen Einblick in unser geheimes Autorenleben und zeigen euch unsere Arbeitsplätze. Doch welche Romance-Alliance-Autorin bringt hier ihre Texte zu Papier? Könnt ihr es erraten? Die Auflösung erfahrt ihr, wenn ihr runterscrollt und dem Link dort folgt. 

Als ich diesen Schreibtisch das erste Mal in einem schwedischen Möbelhaus gesehen habe, war ich sofort verliebt. Ich mag das verschnörkelte, einfach Design. Eigentlich passt das gute Stück nicht ganz in unser Wohnzimmer. Aber ich wollte unbedingt beim Schreiben daran sitzen und hab mir den Schreibtisch zum Geburtstag geschenkt. Seit dem Frühjahr 2016 steht mein Laptop also nicht mehr auf meinem Schoß, während ich auf der Couch sitze. Seit diesem Tag arbeite ich konzentrierter und strukturierter, weil ich meine Unterlagen immer neben mir habe. Grundsätzlich schreibe ich vormittags, wenn meine Kinder außer Haus sind. Abends bekomme ich nicht mehr ganz so viel auf die Reihe. Schreiben ist inzwischen mein Hauptberuf.

Na? Wem mag dieser Arbeitsplatz gehören?

Sonntag, 28. Mai 2017

Düster-romantische Science Fiction "Zukunftsliebe": Neuerscheinung

“Zukunftsliebe - Dämmerung“ von Betty Kay
** Ein Blick in eine mögliche Zukunft: düster und gefährlich, aber auch hoffnungsvoll und erotisch **


Jesamine ist auf der Flucht. Seit Jahren versteckt sich die Widerstandskämpferin vor den Spionen des Roten Fürsten. Als sie eine Familie beschützt, die ihr Unterschlupf gewährt, bringt sie damit den Handlanger des Roten Fürsten und gleichzeitig ihren größten Feind auf ihre Spur: die Schwarze Faust. Doch Jesamine und die Schwarze Faust verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die nicht ohne Folgen bleibt.

erscheint am 3.6.
jetzt schon vorbestellbar für kindle: http://amzn.to/2qDRXh8
Umfang 6.900 Wörter um EUR 1,49
"Zukunftsliebe" ist als Reihe gedacht, deren Teile sich mit unterschiedlichen Versionen von Paaren in der Zukunft - die immer wieder anders aussieht - beschäftigen. Niemand kann entscheiden, als wer und wann er geboren wird.
LESERSTIMME: "Selten, dass ein so kurzer Text einem doch so im Gedächtnis bleibt." - Heike

*** LESEPROBE ***
Ich bekam zu wenig Luft hier oben. Das Implantat zwischen meiner fünften und sechsten Rippe hatte Schwierigkeiten, genug Sauerstoff zu produzieren. Früher oder später würde ich ein neueres Exemplar brauchen. Doch ich hatte nicht vor, lange auf diesem Berg zu bleiben. Ich war nur wegen der Aussicht heraufgekommen.
Die Kälte kroch unter meinen Anzug, während ich das Land überblickte, das sich nach allen Richtungen flach fast bis zum Horizont streckte. Der Schein eines Feuers war in einer Hügelkette zu erkennen. Zwischen dem dazugehörigen Lager und mir war eine Gruppe von drei oder vier Menschen unterwegs. Mit bloßem Auge hatte ich Schwierigkeiten, die Strecke abzuschätzen. Aber es war kein gutes Zeichen, dass sie mit ihrer Klettertour nicht gewartet hatten, bis die Sonne höher am Himmel stand. Wer es wagte, nachts aufzubrechen, hatte keine ehrenwerten Absichten.